Pressemitteilung vom 17. 08. 2012

Kriminalisierung von Muslim_innen beenden! Nazis und Rassist_innen bekämpfen!
‚‘Wer trotz fehlender Erkenntnisse vor den Provokationen der Rassist_innen von „Pro Deutschland“ am kommenden Wochenende in Berlin eine tendenziöse, einseitige „Gewaltdebatte“ provoziert oder inszeniert und „Gewalt“ herbeiredet, bedient letztendlich lediglich breit vorhandene Vorurteile und Ängste gegenüber allen Muslim_innen. Ursache und Wirkung werden verdreht und rechte, rassistische Gewalt verharmlost. So spielt man „Rechtspopulist_innen und Rassist_innen“ wie den angeblich geläuterten Nazis von „Pro Deutschland“ nur in die Hände, verschleiert die eigentlichen geistigen Brandstifter_innen und Provokateur_innen und behindert berechtigte Gegenproteste. Menschen haben aber ein Recht auf Versammlungsfreiheit und Protest gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung ohne Vorabkriminalisierung sowie Einschüchterung, unabhängig von ihrer vermeintlichen Herkunft, Religion, Lebensweise oder ihres sozialen Status.“ erklärt der lose Zusammenschluss „Pro Deutschland die Tour vermasseln“.
Dass der überwiegende Teil der Muslim_innen in Deutschland keinesfalls „gewalttätig“ oder „gewaltbereit“ ist, ist bekannt und belegt. Umso mehr sollte hinterfragt werden, welche Rolle gewisse Vorabgespräche mit der Polizei sowie eine aufgeheizte mediale Panikmache spielen, wenn sich muslimische Organisationen danach trotzdem oder gerade deshalb gezwungen sehen, erneut unzählige Male die Gläubigen öffentlich zum „Gewaltverzicht“ aufzurufen.
Während in ganz Deutschland derzeit darüber diskutiert wird, ob die Ruderin Drygalla als Repräsentantin für Deutschland für ihren Freund, bis vor kurzem noch NPD-Funktionär mit Verbindungen in die autonome Neonaziszene in Rostock, eine Mitverantwortung übernehmen muss, scheint diese Frage hinsichtlich Muslim_innen durch die indirekte oder direkte Ineinssetzung mit mutmaßlichen religiösen Fanatiker_innen schon von vorneherein entschieden. Im Gegenzug dürfen Rassist_innen, Sozialdarwinist_innen und -chauvinist_innen ihre Hetze und ihr Ungleichwertigkeitsdenken gegen Migrant_innen, Muslim_innen, Sinti_zze und Rom_nia, Flüchtlinge und Asylbewerber_innen ungestört hinter einer so genannten „Demokratie- und Meinungsfreiheitsdebatte“ ausleben und befördern sowie als geistige Brandstifter_innen fungieren. Nicht selten stehen hier Teile der Politik, Medien und Gesellschaft als Stichwortgeber_innen oder dankbare Abnehmer_innen solcher Vorlagen Pate, um repressive, rassistische und sozial ausgrenzende Politik zu rechtfertigen sowie Stimmenfang zu betreiben. Zu schnell scheinen die über 180 Opfer von Nazis und Rassist_innen seit 1990 in Deutschland, die Pogrome Anfang der 90er Jahre, das kontinuierliche Versagen der herrschenden Politik und so genannter Sichherheitsbehörden bei den Morden der Neonazi-Gruppierung „Nationalsozialistischer Untergrund“ sowie die Opfer des Massakers in Norwegen vergessen oder ignoriert. Nicht nur aber insbesondere in Zeiten von Krisen sowie zunehmender sozialer und politischer Verunsicherung hat die Suche nach Sündenböcken für alle gesamtgesellschaftlichen Probleme wieder Hochkonjunktur, während die Umverteilung von Unten nach Oben boomt.

Doch wir vergessen nichts! Faschismus und Rassismus sind keine Meinung, sondern Verbrechen – Sie töten tagtäglich Menschen! Deshalb rufen wir dazu auf „Pro Deutschland die Tour zu vermasseln“ und das „Festival gegen Rassismus“ auf dem Blücherplatz in Kreuzberg (17.-19. August) zu unterstützen.

Keine Chance für Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Homo- und Transphobie, Sexismus und soziale Ausgrenzung!

Informationen: Antirassistische Stadtrundfahrt mit eigener Karikaturenausstellung:

Die Reihenfolge und Zeiten an den jeweiligen Orten könnten variieren und die Anmeldungen für alle Startpunkte und Zwischstopps gelten von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Einstieg und Ausstieg ist an jedem dieser Punkte möglich.
Aktuelle Informationen hier oder über Twitter: @NoWildersBerlin.
Bisher geplante Orte, Zeiten und Reihenfolge:
18. August:
Start + Auftaktkundgebung: 9.30 Uhr Rhinstraße, Höhe Alte Rhinstr. Nr.16
(Pressekonferenz und Ausstellungseröffnung von Pro D vermasseln!)
ca. 11.30 Uhr Zwischenstopp vor der As-Sahaba-Moschee im Wedding (Torfstraße Ecke Sprengelstr.)
ca. 13.30 Uhr Zwischenstopp vor der Al-Nur-Moschee in Neukölln (gegenüber Haberstr.Nr. 3)
ca. 15.30 Uhr Zwischenstopp Flughafenstr. 52 bis Ecke Herrmannstraße in Neukölln, weitere Gegenproteste Flughafenstr. 44-52

19.08.2012:
Start und Auftaktkundgebung ca. 10.30 Uhr vor Haupteingang Rathaus Kreuzberg, Yorkstraße
ca. 11.00 Uhr Köpenicker Straße 137 (gegenüber)
ca. 11.30 Uhr Revaler Straße vor Nr. 12-13
ca. 12.00 Uhr KreuzungLiebigstraße / Ecke Rigaer Strasse
ca. 13.00 Uhr Ernst-Reuter-Platz Nr.2 (Hardenbergstr.4)

Bitte achtet auf Aktualisierungen und Konkretisierungen!
Mail: Pro.D_Tour.vermasseln@gmx.net
Webseite:http://prodeutschlandtourvermasseln.blogsport.de/
Facebook:https://www.facebook.com/ProDeutschlandDieTourVermasseln
Twitter:https://twitter.com/nowildersberlin
Hinweis zu: http://festivalgegenrassismus.wordpress.com/

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Pressemitteilung vom 05.08.2012

Kein Raum für Rassismus und soziale Ausgrenzung!

„Wir bekämpfen Rassismus als gesamtgesellschaftliches Problem, egal wo, wann oder unter welchem Deckmantel er in Erscheinung tritt. Dazu kündigen wir Proteste gegen die von den Rassisten der Partei „Pro-Deutschland“ unter „Wochenende der Superlative“ geplanten Provokationen für den 18./19. August in Berlin vor muslimischen Einrichtungen, selbstbestimmten Wohnprojekten sowie dem Rathaus Kreuzberg als Symbol antirassistischer Proteste an. Parallel dazu unterstützen wir die Mobilisierung zum Festival gegen Rassismus am selben Wochenende, um zudem den gesamtgesellschaftlichen Kontext von Rassismus hervorzuheben.“

Pro Deutschland die Tour vermasseln!

„Wir, ein kurzfristiger Zusammenschluss aus antifaschistischen und antirassistischen Gruppierungen, Vereinen und Organisationen, Gewerkschafts- und Parteistrukturen sowie Einzelpersonen wollen diese Provokationen geistiger Brandstifter_innen nicht hinnehmen. Uns verbindet der Wille, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Hetze gegen Muslim_innen, Homo- und Transphobie, Sexismus und sozialer Ausgrenzung die Stirn zu bieten. Egal, wer sie transportiert! Dazu müssen wir nicht immer zu allem die gleichen Positionen teilen oder in den Lösungswegen oder Aktionsformen einig sein. Darüber diskutieren wir weiter, aber ohne uns von Nazis und Rassist_innen Ort und Zeitpunkt oder gar die Inhalte und deren Ausrichtung vorschreiben zu lassen. Gesamtgesellschaftliche und soziale Probleme lassen sich nicht mit rassistisch oder sozialchauvinistisch motivierten Einstellungs- bzw. Argumentationsmustern diskutieren bzw. lösen. Das betrifft auch Diskussionen mit Bezug auf die Religion und/ oder Lebensweisen sowie den sozialen Status von Menschen. Hier ist eine Debatte auf Augenhöhe notwendig, die auf gleichberechtigter und selbstbestimmter Grundlage erfolgt und eine solidarische Gesellschaft ermöglicht. Einer Spaltung und Entsolidarisierung der Menschen erteilen wir eine Absage.“

Wir rufen deshalb zu Gegenprotesten auf und laden alle ein, das Festival gegen Rassismus vom 17. bis 19. August auf dem Blücherplatz in Berlin-Kreuzberg zu besuchen.

GEBT IHNEN NICHT DIE RÄUME, DIE SIE HABEN WOLLEN! IHRE FREIHEIT IST NICHT UNSERE!

Was ist geplant?
„Pro Deutschland“ kündigt für den 18. August ab 10.00 Uhr eine Pressekonferenz und die Eröffnung einer zweitägigen „Karikaturenausstellung“ an. Schon hier wollen wir den „Pro-Deutschen“ die Tour vermasseln. An selbigem Ort zum gleichen Zeitpunkt wird eine Protestkundgebung angemeldet sein und eine zweitägige antirassistische Stadtrundfahrt mit Bus beginnen. In diesem Bus wird eine eigene mobile Karikaturenausstellung zu „Nazis, Rassisten und die Pro-Deutschen“ eröffnet werden. Wer sich noch daran beteiligen möchte, schickt bitte seine Karikaturen bis zum 14. August an: Pro.D_Tour.vermasseln@gmx.net.

Die Pressemitteilung als pdf zum Download (360 KB)

Bisherige Termine:

18. August:
Start: 10.00 Uhr Pressekonferenz und Ausstellungseröffnung von Pro D (Ort offen)
12.00 Uhr Nähe As-Sahaba-Moschee Wedding, Torfstr. 14
14.00 Uhr Nähe Al-Nur-Moschee in Neukölln, Haberstr. 3
16.00 Uhr Flughafenstraße/Ecke Herrmannstraße in Neukölln

19. August:
Start: 11.00 Uhr vor dem Rathaus Kreuzberg
Köpi, Köpenicker Straße 137,
Revaler Straße, Höhe Nr. 12/13,
Liebigstraße/Ecke Rigaer Straße
Ernst-Reuter-Platz 2

Bitte achtet auf Aktualisierungen und Konkretisierungen!

Festival gegen Rassismus

Mail: Pro.D_Tour.vermasseln@gmx.net
Webseite: prodeutschlandtourvermasseln.blogsport.de
Facebook: www.facebook.com/ProDeutschlandDieTourVermasseln
Twitter: twitter.com/nowildersberlin
Hinweis: festivalgegenrassismus.wordpress.com